„Lernen? Moment, ich muss nur noch schnell die Welt retten!“

Aufschieberitis in den Griff bekommen:

Diesmal soll die Vorbereitung auf die Prüfung perfekt sein. Der Termin und die Prüfungsthemen stehen fest, die Bücher zum Lernen liegen bereit und eigentlich könnte es jetzt losgehen. Wenn da nicht die ganzen anderen Sachen wären: noch schnell bei Facebook einloggen, die Bilderrahmen entstauben, den Kühlschrank auffüllen. Diese Verzögerungstaktik trägt im Volksmund den Namen „Aufschieberitis“ und wird in Fachkreisen „Prokrastination“ genannt.

Wer an Aufschieberitis leidet, verschiebt anstehende wichtige Aufgaben mit der Begründung, dass es noch andere Aufgaben und Tätigkeiten gibt, die zunächst erledigt werden müssen. Das ist auf Dauer frustrierend und ärgerlich, denn Zeit ist gnadenlos und anstehende Prüfungen lassen sich nicht verschieben. So entstehen zwangsläufig ein unangenehmer Zeitdruck und Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit.

Wir haben einige Tipps und Tricks zusammengestellt, wie man gegen Aufschieberitis vorgehen kann. Ob ihr überhaupt an Aufschieberitis leidet, könnt ihr beim Online-Test „Aufschieberitis – Sind Sie gefährdet?“ testen lassen. >> Zum Onlinetest

Den Kampf gegen Aufschieberitis beginnt man mit der Frage: „Warum schiebe ich das Lernen auf?“ Denn es gibt unterschiedliche Gründe für das unangenehmen Verhalten: Angst vor dem Versagen, fehlender Druck, Zeitmangel, unklare Aufgabenstellung oder Bequemlichkeit. Nur das Hinterfragen der Gründe für die Aufschieberitis hilft dabei, neue Motivation zu finden. Letztendlich ist nicht das schöne Wetter für die fehlende Motivation verantwortlich, sondern vielleicht die Angst vor dem Scheitern.

Selbstmanagement-Tipps:

Punkt 1: Aufgaben strukturieren
Auf einem Blatt Papier werden alle Aufgaben aufgeschrieben, die zu bearbeiten sind. Das können bei der Prüfungsvorbereitung die Schulfächer sein, aber auch Ausbildungsinhalte oder Themen, die bereits vom Berufsschullehrer benannt wurden. Große Schritte sollten in kleine Teilschritte aufgeteilt werden. Die Auflistung verschafft einen guten Überblick und die Unterteilung erhöht die Motivation.

Punkt 2: Zeitplan erstellen
In diesem Arbeitsschritt wird ein Zeitplan angefertigt, der einen Überblick über die täglich zur Verfügung stehende Zeit verschafft. Die strukturieren Aufgaben und Lernthemen können nun in diesen Zeitplan eingesetzt werden. Bei der Zeitplanung unbedingt darauf achten, dass nur 50 – 60 % der zur Verfügung stehenden Zeit eingeplant wird. So bleibt genug Zeit für ungeplante Störfaktoren und die Motivation wird nicht durch Zeitdruck entkräftet.

Punkt 3: Prioritäten setzen
Bild1Eisenhower-PrinzipDie Planung der einzelnen Tage ist im Kampf gegen die Aufschieberitis sehr wichtig. Ein wichtiger Tipp: Unangenehme Aufgaben werden am besten sofort erledigt. Für die Einteilung der Aufgaben hat sich das Eisenhower-Prinzip bewährt. Diese Methode unterscheidet grundsätzlich zwischen „Wichtig“ und „Dringend“. Wichtige Aufgaben sind einem langfristigen Ziel zuzuschreiben. Dringende Termine sind mit einer Frist verbunden. So lassen sich vier verschiedene Aufgabentypen einteilen:

Punkt 4: Den eigenen Rhythmus finden
Wer seine eigene Leistungskurve kennt ist im Vorteil. In einem Leistungshoch werden Aufgaben schneller und leichter erledigt, deshalb sollte das beim Lernen eingeplant werden. Konzentriertes Lernen erfordert regelmäßige Pausen. Dabei ist nicht die Länge sondern die Qualität von Bedeutung: 10 Minuten an der frischen Luft sind besser als eine Stunde vor der Glotze.

Viel Erfolg beim Lernen wünscht das Team von Dritter Lernort

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